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78. Vollversammlung des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes: Persönliche Nähe, Sozialpartnerschaft und Zusammenhalt als Stärke

Am Montag, dem 13. April 2026, fand im Kultur- und Veranstaltungszentrum „KiWi“ in Absam die 78. Vollversammlung des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes statt. Auf der Tagesordnung standen unter anderem der Tätigkeitsbericht, der Kassabericht mit dem Bericht der Rechnungsprüfer, ein Impulsvortrag zum Thema Kommunikation und Interessenvertretung sowie Ehrungen und die Grußworte der Ehrengäste.

Präsenz vor Ort als besonderer Auftrag

Landesobmann Präsident Andreas Gleirscher strich hervor, dass eine Interessenvertretung gerade in bewegten Zeiten nicht nur zu Wahlen sichtbar sein dürfe, sondern das ganze Jahr über präsent sein müsse. Der Tiroler Land- und Forstarbeiterbund sehe seine besondere Stärke im Persönlichen: in der Nähe zu den Mitgliedern, in der Betreuung vor Ort und in einem Zusammenhalt, der auch eine kleinere Organisation schlagkräftig mache. Mit Blick auf die bevorstehenden Arbeiten zur LAK-Wahl 2027 warb Gleirscher daher ausdrücklich für Geschlossenheit und Zusammenhalt unter dem Leitsatz: „Nur gemeinsam sind wir stark“.

Tätigkeitsbericht mit klaren Schwerpunkten

Landessekretär Mag. Johannes Schwaighofer zog für das Jahr 2025 eine positive, aber realistische Bilanz. In den Kollektivvertragsverhandlungen konnten für alle vertretenen Gruppen neue Abschlüsse erzielt und die jeweils maßgebliche Inflation abgegolten werden; je nach Sparte bewegten sich die Lohn- und Gehaltsabschlüsse zwischen 2,7 und 3,5 Prozent. In einzelnen Bereichen brachten neue Lohn- und Gehaltstafeln darüber hinaus zusätzliche Verbesserungen.

Auch die Beratungs- und Vertretungsleistungen blieben auf hohem Niveau. Im Arbeitsrecht konnten für Mitglieder allein im Berichtsjahr mehr als EUR 320.000 erfolgreich durchgesetzt werden. Über die Landarbeiterkammer Tirol wurden zudem Fördermittel von insgesamt EUR 1.225.587,22 wirksam. Zum Stichtag 31.12.2025 zählte der Tiroler Land- und Forstarbeiterbund 2.363 Mitglieder.

Solide Finanzen und Ehrung für langjährigen Funktionär

Im Kassabericht wurde festgehalten, dass der prognostizierte Abgang durch sparsame Haushaltsführung vermindert werden konnte. Für das Rechnungsjahr 2025 ergab sich ein Abgang von EUR 11.686,41, der aus den Rücklagen abgedeckt wird. Die Vollversammlung würdigte die sorgfältige Finanzgebarung und entlastete den Vorstand hinsichtlich der Kassaführung.

Ein besonderer Höhepunkt der Vollversammlung war die Ehrung von Franz Prantl aus Lienz. Ihm wurde das „Goldene Ehrenzeichen mit Brillant“ der Landarbeiterkammer Tirol verliehen. Gewürdigt wurden damit seine jahrzehntelangen Verdienste als Kammerrat und Vorstandsmitglied der LAK, Ortsvertrauensmann und Kollektivvertragsverhandler im Gartenbau sowie sein langjähriger Einsatz für die land- und forstwirtschaftlichen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in Tirol.

Grußworte: Sozialpartnerschaft lebt vom direkten Austausch

Landwirtschaftskammer-Präsident und Abgeordneter zum Nationalrat Ing. Josef Hechenberger bezeichnete den Tiroler Land- und Forstarbeiterbund als starke „Familie“ innerhalb der land- und forstwirtschaftlichen Interessenvertretung. Er hob hervor, dass Kollektivvertragsverhandlungen zwar hart geführt würden, aber immer auf Augenhöhe stattfinden müssten. Gerade daran zeige sich der hohe Wert der Sozialpartnerschaft, die sozialen Frieden sichere und Spaltung entgegenwirke.

Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler unterstrich, der Tiroler Land- und Forstarbeiterbund sei nicht nur eine Interessenvertretung, sondern auch eine Lebenseinstellung. Entscheidend für seine künftige Bedeutung sei der direkte Kontakt mit den Mitgliedern: nicht die tägliche Presseaussendung, sondern das persönliche Gespräch vor Ort, die Präsenz in den Regionen und die verlässliche Betreuung der Menschen.

Passend dazu beschäftigte sich auch der Impulsvortrag von Mag. Birgit Oberhollenzer-Praschberger, MTD, mit der Frage, wie gesetzliche Interessenvertretungen öffentlich wahrgenommen werden und welche kommunikativen Lösungsansätze es in Zeiten zunehmender Kritik braucht.

Klare Botschaft der Vollversammlung

Die 78. Vollversammlung machte deutlich, dass der Tiroler Land- und Forstarbeiterbund seine Stärken weiterhin in einer eng mit der Landarbeiterkammer Tirol verzahnten Interessenvertretung, in verlässlicher Rechtsberatung, in verantwortungsvoller Lohnpolitik und vor allem in der persönlichen Nähe zu den Mitgliedern sieht. Gerade in einer Zeit großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen bleibt der unmittelbare Kontakt vor Ort für den Bund ein zentrales Qualitätsmerkmal.

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Neuer Landessekretär beim Tiroler Land- und Forstarbeiterbund

v.l.n.r. Landesobmann und Präsident der LAK Tirol Andreas Gleirscher und Landessekretär und Kammerdirektor der LAK Tirol Mag. Johannes Schwaighofer

Nachdem Mag. Johannes Schwaighofer am 01.09.2023 zum Kammerdirektor der Landarbeiterkammer Tirol bestellt wurde, erfolgte am selben Tag in der anschließenden Vorstandssitzung des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes auch seine Ernennung zum Landessekretär. Somit folgte der 33-jährige Schwaighofer auch in dieser Funktion dem im Mai 2023 verstorbenen Dr. Günter Mösl nach. Den Mitgliedern des Land- und Forstarbeiterbundes ist Schwaighofer, der seit 2015 für die Landarbeiterkammer Tirol als Jurist arbeitet, kein Unbekannter. So war er regelmäßig Referent in den für den Land- und Forstarbeiterbund wichtigen Ortsversammlungen oder vertrat den erkrankten Landessekretär in der letzten Vollversammlung des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes im März dieses Jahres. Schwaighofer meint zu seiner neuen Aufgabe: „Eine freiwillige Interessenvertretung wie der Tiroler Land- und Forstarbeiterbund lebt von seinen zahlreichen Mitgliedern und ihrem Zusammenhalt. Erstes Gebot ist potentielle Mitglieder aktiv anzusprechen und junge Funktionäre zu gewinnen, um weiterhin so erfolgreich die Interessen der land- und forstwirtschaftlichen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in Tirol zu vertreten.“

Am 15.09.2023 wurde der Tiroler Landessekretär zum Bundessekretär des Österreichischen Land- und Forstarbeiterbund bestellt. Hier zum Beitrag.

Trauer um Dr. Günter Mösl